Wer einem depressiven Menschen helfen möchte, sucht oft nach den richtigen Worten. Gut gemeinte Aufmunterungen können jedoch unbeabsichtigt das Gefühl verstärken, versagt zu haben oder sich nur „mehr anstrengen“ zu müssen.
„Reiß dich zusammen“
Depression ist keine Frage mangelnder Willenskraft. Wenn Antrieb, Hoffnung und Energie krankheitsbedingt eingeschränkt sind, erzeugt eine solche Aufforderung vor allem zusätzlichen Druck.
„Andere haben es viel schlimmer“
Leid lässt sich nicht sinnvoll gegeneinander aufrechnen. Ein Vergleich kann dazu führen, dass sich Betroffene zusätzlich schuldig fühlen oder ihre Beschwerden verbergen.
„Du musst nur mal raus / Urlaub machen / positiv denken“
Ein Ortswechsel oder eine einzelne Aktivität behandelt keine Depression. Kleine Aktivitäten können im Rahmen einer Behandlung unterstützen, aber sie sind kein Ersatz für professionelle Hilfe.
Was kann hilfreicher sein?
- „Ich sehe, dass es dir gerade wirklich schlecht geht.“
- „Ich bin da, auch wenn du gerade nicht viel reden möchtest.“
- „Soll ich dir helfen, einen Termin zu suchen?“
- „Was wäre heute eine kleine konkrete Hilfe für dich?“
Auch Angehörige haben Grenzen
Unterstützen heißt nicht, rund um die Uhr verantwortlich zu sein. Angehörige dürfen eigene Grenzen schützen und sich selbst Hilfe holen. Bei Suizidgedanken oder konkreter Gefahr sollte professionelle Hilfe eingeschaltet werden.
Mehr dazu: Depression bei Angehörigen: Wie kann ich helfen?
Quelle: Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention – Tipps für Angehörige.