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Wie kann ich depressiven Menschen helfen? Hilfe für Angehörige

Zwei Menschen in einem persönlichen Gespräch

Wenn ein nahestehender Mensch depressiv ist, möchten Angehörige oft etwas „richtig machen“. Gleichzeitig kann es belastend sein, wenn die Person sich zurückzieht, kaum reagiert oder alltägliche Dinge nicht mehr schafft. Unterstützung ist wichtig – aber Angehörige können eine Depression nicht allein behandeln.

Wie geht man mit depressiven Menschen um? Zuhören statt sofort lösen

Sätze wie „Du musst einfach positiv denken“ oder „Andere haben es schlimmer“ können den Druck erhöhen. Hilfreicher ist es oft, zuzuhören, die Belastung ernst zu nehmen und nicht zu verlangen, dass die Person ihre Stimmung aus eigener Kraft verändert.

Wie kann ich depressiven Menschen helfen? Konkrete Unterstützung im Alltag

Bei einer Depression können selbst kleine Aufgaben überwältigend wirken. Konkrete Angebote sind oft leichter anzunehmen als ein allgemeines „Meld dich, wenn du etwas brauchst“.

  • gemeinsam einen Arzt- oder Therapietermin suchen
  • bei Wunsch zum Termin begleiten
  • einen Einkauf oder eine Mahlzeit übernehmen
  • zu einem kurzen Spaziergang einladen, ohne Druck aufzubauen
  • regelmäßig Kontakt anbieten, auch wenn wenig zurückkommt

7 konkrete Möglichkeiten für Angehörige

Wer helfen möchte, muss die Depression nicht „wegmachen“. Oft sind verlässliche, konkrete und druckfreie Angebote hilfreicher als allgemeine Ratschläge. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe empfiehlt Angehörigen unter anderem, die Erkrankung ernst zu nehmen, professionelle Hilfe zu unterstützen und gleichzeitig die eigenen Grenzen im Blick zu behalten.

  • zuhören, ohne sofort Lösungen zu verlangen
  • konkrete Hilfe anbieten, zum Beispiel beim Einkauf oder bei einer Mahlzeit
  • bei Wunsch bei der Suche nach einem Arzt- oder Therapietermin unterstützen
  • Kontakt halten, auch wenn die betroffene Person sich zurückzieht
  • auf Sätze wie „Reiß dich zusammen“ oder „Denk positiv“ verzichten
  • die eigenen Belastungsgrenzen ernst nehmen und sich selbst Unterstützung holen
  • Äußerungen über Suizid oder Lebensüberdruss immer ernst nehmen

Weiterführende Informationen bietet die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention.

Suizidgedanken ernst nehmen

Wenn die Person davon spricht, nicht mehr leben zu wollen, sollte das ernst genommen werden. Bei konkreten Suizidabsichten oder unmittelbarer Gefahr die Person möglichst nicht allein lassen und 112 rufen beziehungsweise professionelle Notfallhilfe organisieren.

Auch Angehörige brauchen Grenzen

Sie dürfen helfen, ohne rund um die Uhr verantwortlich zu sein. Eigene Erschöpfung, Angst oder Überforderung sind wichtige Signale. Es ist legitim, sich selbst Beratung, Unterstützung oder Auszeiten zu organisieren.

Was Sie nicht übernehmen müssen

  • eine Diagnose stellen
  • Therapeutin oder Therapeut ersetzen
  • jede Krise allein auffangen
  • die Verantwortung für alle Entscheidungen der betroffenen Person übernehmen

Was im Gespräch oft eher belastet, findest du ergänzend in Depression: Was man besser nicht sagt – und was hilfreicher ist. Weitere Informationen zu professioneller Unterstützung finden Sie unter Hilfe finden. Für Krisensituationen gibt es die Seite Akute Hilfe.

Weiterführende Information: gesund.bund.de – Depression, Abschnitt zu Angehörigen.

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