Bei einer Depression können selbst alltägliche Aufgaben enorm viel Kraft kosten. Das ist nicht einfach Faulheit oder mangelnde Disziplin. Antriebslosigkeit und schnelle Erschöpfung gehören zu den häufigen Beschwerden einer Depression.
Die Messlatte bewusst niedriger setzen
An sehr schweren Tagen kann ein realistisches Ziel sein, aufzustehen, etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Aufgaben in kleinste Schritte zu zerlegen kann helfen: nicht „die Wohnung aufräumen“, sondern zunächst nur „drei Dinge wegräumen“.
Grundbedürfnisse zuerst
- etwas trinken
- regelmäßig etwas essen
- Medikamente wie verordnet einnehmen
- ein wenig Tageslicht, wenn möglich
- eine vertraute Person kontaktieren
Diese Schritte sind keine Therapie. Sie können aber helfen, den Tag zu strukturieren und eine weitere Verschlechterung früher zu bemerken.
Nicht auf Motivation warten
Bei Depressionen kommt Motivation oft nicht vor der Handlung. Manchmal entsteht ein kleiner Impuls erst, nachdem man begonnen hat. Deshalb können sehr kleine, zeitlich begrenzte Vorhaben hilfreicher sein als große Ziele.
Hilfe annehmen
Wenn Einkaufen, Kochen, Termine oder Haushalt kaum noch möglich sind, kann konkrete Unterstützung durch Angehörige entlasten. Konkrete Möglichkeiten findest du auch in unserem Beitrag Wie kann ich depressiven Menschen helfen?. Gleichzeitig sollte bei anhaltenden oder schweren Beschwerden professionelle Hilfe organisiert werden.
Wann Sie dringend Hilfe brauchen
Wenn Sie kaum noch essen oder trinken, sich nicht mehr sicher versorgen können, starke Hoffnungslosigkeit erleben oder Gedanken daran haben, sich etwas anzutun, holen Sie zeitnah professionelle Hilfe. Bei unmittelbarer Gefahr wählen Sie 112.
Mehr über Behandlung und erste Anlaufstellen: Hilfe finden.
Weiterführende Information: gesund.bund.de – Depression.